
Autor: Hajo Schneck
März 2025 – Monitoring für zwei Ukrainische Kliniken
Bei einer Austauschaktion in einem bayerischen Krankenhaus konnte EFI dank guter Vernetzung und schneller Reaktion (danke, liebe Sandra!) 10 nicht mehr ganz junge, aber nach Durchsicht und Überholung einwandfrei funktionsfähige Überwachungsmonitore der Fa. Philips retten. Das entsprechende Zubehör (EKG-Kabel, Pulsoxymetrie-Sensoren, Blutdruckmanschetten) wurde bei einem einschlägigen Händler zum Preis von insgesamt etwa € 1.500.- beschafft und die Geräte, von denen ein jedes damit gerade einmal €
150.- Kosten (und ein paar Stunden Zuwendung) verursacht hat, gehen morgen auf die Reise nach Saporyschyja und Mykolajiv.
Im Gebraucht-Medizingerätehandel werden identische Monitore, wie sie in vielen Kliniken und Praxen dank hoher Qualität auch 20 Jahre nach der Markteinführung im täglichen Gebrauch stehen, um etwa € 3.000 bis 4.000.- angeboten – hoffentlich erledigen sie ihre Aufgabe weitere 10 oder mehr Jahre!
März 2025 – weitere Krankenfahrzeuge an die Front
Wie erbärmlich und menschenverachtend ist es, den demokratisch gewählten Präsidenten eines souveränen Staates vor laufender Kamera zu demütigen, ihn und sein Volk dafür zu verspotten, dass es den Angriffen der ebenso menschenverachtenden russischen Diktatur nicht ohne Hilfe von Freunden standhalten kann, und der ganzen Welt offen ins Gesicht zu lügen! Heldenhaft ist es jedenfalls nicht, und es beweist nicht die Stärke und Überlegenheit des realitätsfern-selbstverliebten, mehrfach wegen unterschiedlichster Straftaten verurteilten POTUS, der sich an altrömisch-caesarenhaften Unterwerfungsritualen ergötzt, bis seine Gesichtsfarbe von purpur in orange umschlägt und von seiner Haarfarbe kaum mehr zu unterscheiden ist. Und es beweist nicht die Grösse des für solche Aktionen anscheinend extra dressierten Fleischerhundes J.D. Vance (sein vorerst dritter Familien- und zweiter Vorname, weniger passend zu seiner vorerst zweiten Konfession; der sich nebenbei zur Kompensation für seinen absenten Erzeuger – übrigens des Namens Donald – und seine drogenabhängige Mutter der Erziehung durch eine Grossmutter rühmt, die nicht weniger als 19 Handfeuerwaffen ihr Eigen nannte), sondern belegt nur beider abgrundmiesen Charakter. Wie kann man einen Krieg, der mehrere Hundertausend Gefallene und ermordete Zivilisten gefordert hat, mit einer Partie Karten vergleichen? Und wie auf den russischen Diktator und Kriegsverbrecher Putin so tief hereinfallen, der genau wie Trump ein Despot und Antidemokrat ist, aber zusätzlich mit einer Intelligenz versehen, die über das kurzfristige Schliessen von „deals“ hinaus reicht? Wir alle werden über kurz oder lang den Preis für diese nicht staatsmännischen, sondern rundum narzistischen Geschehnisse zahlen. Vorerst zahlt hauptsächlich die Ukraine, materiell, emotional und in jeder sonst erdenklichen Hinsicht.
Grössten Respekt und grösste Bewunderung für die Moral unserer ukrainischen Freunde und Partner, die auch unter bald noch schwierigeren Bedingungen ihren Kopf für unsere vorläufige Sicherheit hinhalten und nicht daran denken, sich ohne Weiteres einem russischen Diktat zu beugen. Wir von EFI werden weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln Tropfen für Tropfen auf den heissen Stein giessen in der Hoffnung, dass es zusammen mit anderen Tropfen die Frist verlängert, bis sich Europa besonnen haben wird und vielleicht mit Eimern zu Hilfe kommt.
In diesem Sinne haben wir erneut zwei gebrauchte, aber in gutem Zustand befindliche Krankentransport-Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz Sprinter 906 beschafft, wunschgemäss wieder mit Allrad-Antrieb und mit Start in den nächsten Tagen. Die beiden Rettungswagen werden bereits erwartet.
März 2025 – eine weitere Grossspende von der Dr.-Fahrenschon-Stiftung

Zorneding Lkr. Ebersberg
Wie schon wiederholt seit 2007 stellt die in Zorneding ansässige Dr.-Fahrenschon-Stiftung EFI sehr grosszügig Spendenmittel zur Verfügung, mit denen unsere Projekte im Hinblick auf die Gesundheitsvorsorge und die Therapie erkrankter oder verletzter Jugendlicher ausgestattet werden können.

Zorneding
Eine halbwegs gründliche Berechnung der bei den EFI-geförderten, nach Interplast-Muster abgewickelten Auslandseinsätzen anfallenden Kosten (exklusive der stark schwankenden Anteile, die von den jeweiligen Gastgebern übernommen werden) zeigt, dass pro Patient etwa € 1.000.- bis 2.000.- zu veranschlagen sind. Das ist deutlich mehr als häufig von NGO´s angegeben wird; die Angabe lediglich der Verbrauchsmittel- und Medikamentenkosten ist aber natürlich genauso irreführend wie die Angabe der nackten Treibstoffkosten zur Berechnung des Aufwands eines LKW-Transports.
Wenn der finanzierenden Organisation, in diesem Beispiel EFI e.V., nach Abrechnung eines Einsatzes mit z.B. 50 Patienten aktuell Kosten von € 25.000.- entstanden sind, betragen die pro-Kopf-Ausgaben nicht € 500.-; es muss selbstverständlich die Abschreibung für verwendete langlebige Güter (Instrumente, Überwachungsgeräte, Op-Tische, Narkose- und chirurgische Geräte etc., jeweils Anschaffung, Pflege und Reparatur) ebenso anteilig dazu gerechnet werden wie angefallene Kosten für vorbereitete, aber dann abgesagte Aktivitäten (s. z.B. Noida-Einsatz 2020) oder laufende Kosten für den Vereinsbetrieb. Im letzten Punkt hat sich EFI seit Gründung und fast jedes Jahr erfolgreich bemüht, die sog. „Verwaltungskosten“ im deutlich niedrigen einstelligen Prozentbereich zu halten – das ist einfacher bei höheren Spendeneingängen wie in den letzten drei Jahren. Zusammenfassend wäre es am einfachsten festzuhalten, dass für einen von Laien betriebenen Verein wie EFI mit einem stark wechselnden Jahresumsatz zwischen € 50.000.- und € 350.000.- etwa dieselben Bedingungen gelten wie für einen kleinen Betrieb, wobei EFI einerseits steuerbefreit ist, andererseits keine Ausgaben für Personal, Räumlichkeiten (mit Ausnahme einer angemieteten Garage als Materiallager ) u.s.w. zu erbringen hat. So gut wie die gesamte Arbeit erfolgt ehrenamtlich und zuhause.
Genug von der „Finanzbuchhaltung“; mit der Spende der Dr.-Fahrenschon-Stiftung hat EFI wieder verbesserte Möglichkeiten, Op-Camps in Indien und Westafrika ganz oder teilweise zu finanzieren sowie im Sinne der Gesundheitsvorsorge, die in beiden Satzungen (Stiftung und EFI) aus gutem Grund verankert ist, Grundnahrungsmittel, Vitamine und Impfstoffe für unser Projekt in Sierra Leone zu beschaffen. Im Namen der Geförderten bzw. ihrer Familien danken wir Vorstand und Beirat der Stiftung für die erneute grosszügige Hilfe.
Januar 2025 – eine weitere Grossspende zugunsten der Ukraine
Wie schon 2023 uns 2024 ist in den ersten Tagen des neuen Jahres eine hohe Geldspende von einem deutschen Industrieunternehmen eingegangen mit der Zweckbestimmung „medizinische und andere humanitäre Hilfe für die Ukraine“ – wir bedanken uns im Namen der Menschen, die letztlich davon profitieren und werden versuchen, auch diesen stattlichen Betrag in Dinge umzusetzen, die von den tapfer aushaltenden Kolleg*innen im Osten der geplagten Landes dringendst erbeten werden. Ohne diese Ärztinnen, Ärzte, Schwestern und Helfer*innen wäre die medizinische Versorgung in grossen Teilen des Landes längst gänzlich zum Erliegen gekommen. Allerhöchsten Respekt dafür ihnen allen!
Es ist auch an der Art der Anforderungen abzulesen, was sich vor Ort abspielt; immer wieder besorgen wir Tourniquets zum Abbinden blutender, d.h. von Granaten und anderen Sprengkörpern zerfetzter Extremitäten und sog. „Seals“, Abdichtungsverbände für Wunden, die den Brustkorb eröffnet haben. Gleichzeitig wird ein Bild wach, das sich in meinen Kindertagen eingeprägt hat: teils ältere, teils aber auch recht junge Männer mit einem oder zwei Beinstümpfen, auf Krücken oder in Rollstühlen, von denen jeder
sofort wusste, dass es sich um überlebende Kriegsverletzte handelte, „Invaliden“ oder in meiner Heimat Bayern einfach auch „Krüppel“. Abgesehen vom menschlichen Leid wird das wohl auch für die Nachkriegs-Ukraine ein Problem beim wirtschaftlichen Wiederaufbau darstellen, wenn nicht nur die im Krieg Gefallenen fehlen werden, sondern eben auch die Arbeitskraft dieser Versehrten.
Januar 2025 – der russische Krieg gegen die Ukraine geht bald ins vierte Jahr
Vor drei Jahren war die Welt auch nicht in Ordnung; die Klimakrise verschärfte sich entgegen vollmundigen Prognosen weiter (in üblicher Weise erklärte die Klimakonferenz in Glasgow im November 21 die Absicht, die Entwaldung global bis 2030 zu stoppen – was immer das auch heissen mag. Währenddessen lösten sich Rekord-Hitzemonate, Rekord-Katastrophen und Rekord-Dürren in kurzer Folge ab. Das angestrebte Erwärmungsziel der Pariser Konferenz 2015 von +1,5 Grad vs. vorindustriell ist bereits überschritten, dem verpflichtenden Ziel von +2.0 Grad wird es bald ähnlich ergehen).
Die Corona-Pandemie, die bis dahin weltweit offiziell mindestens 5, realistisch eher 20 Millionen Todesopfer gefordert hatte, war Anfang 2022 keineswegs vorüber, auch wenn es durch die konsequente Arbeit weltweiter Forschungseinrichtungen und Firmen gelungen war, eine noch grössere Katastrophe zu verhindern.
Gerade erst Ende 2021 hatte die Taliban mit Waffengewalt die Kontrolle über Afghanistan übernommen – ein Rückschritt für die Menschen-, vor allem Frauenrechte, aber keine Überraschung, wenn man sich vergegenwärtigt, wie die Ausbreitung des Islam bereits vor 1.400 Jahren erfolgte. Syrien ist im Moment der nächste Schritt in dieselbe Richtung, und es scheint sehr naiv, die schlagartige Einführung von Demokratie, die Umsetzung der Menschenrechts-Charta zu erhoffen und unter diesem Ansatz hastig die sog. „Remigration“ von Millionen Flüchtlingen zu bewerkstelligen, weil Syrien ja nun ein sicheres Land und Menschenrechtsverletzungen nicht mehr zu befürchten seien. Dass ein hochrangiger syrischer Staatsführer gleich beim ersten Versuch einer ebenso hochrangigen europäischen Ministerin den Mindestrespekt der förmlichen Begrüssung verweigert, wird aus genau diesem Grund bagatellisiert oder ignoriert, schliesslich sollen Migrationsthemen den in Deutschland laufenden Wahlkampf nicht stören.
Das Institut für Kriegsursachenforschung der Hamburgischen Universität listet für 2022 neben dem Ukrainekrieg weitere 27 Kriege und bewaffnete Konflikte auf, die Mehrzahl davon in Afrika. Einige der Kriegshandlungen sind ununterbrochen aufgelistet seit über 30 Jahren (Somalia, Philippinen, Kashmir, Afghanistan, Kolumbien). Das sind übewiegend Schauplätze, die weit von dem entfernt sind, was wir als „zuhause“ betrachten; bei nicht wenigen wäre es eine Überraschung, wenn alle Befragten z.B. auf dem Weihnachtsmarkt die genaue Region schnell auf einer Weltkarte lokalisieren könnten.
Auch die Geografie der Ukraine, die ja eine über 1.000jährige europäische Kulturnation ist (und nebenbei das flächenmässig grösste Land Europas, eineinhalbmal so gross wie Deutschland, fast dreimal so gross wie Grossbritannien), war Anfang 2022 weniger geläufig als Italien oder Spanien. Der älteren Generation war die Ukraine noch bekannt als „Kornkammer des Ostens“, vor allem im Zusammenhang mit der Ernährung von Heer und Besatzung im Zweiten Weltkrieg und des gesamten „Volks ohne Raum“ (neben weiteren wirtschaftlich „interessanten“ Bodenschätzen). Die Bevölkerung der Ukraine, die vor der russischen Invasion 2014 um die 50 Millionen betrug, ist seitdem auf gut 30 Millionen zurück gegangen, natürlich auch durch Flucht aus dem Kriegsgebiet, aber hauptsächlich durch eine anhaltende Verminderung der Geburtenrate. Diese beträgt aktuell nur 1,1 (Kinder/Frau), zum Vergleich in Deutschland gut 1,5 und im Weltdurchschnitt 2,4.
Im Februar erfolgte dann der Überfall Russlands auf die Ukraine; ein völkerrechtswidriger, verbrecherischer Krieg unterMissachtung internationalen Rechts und der Menschenrechte, genannt „militärische Spezialoperation“. Seitdem bemüht EFI sich im Rahmen seiner Möglichkeiten und mit gegenseitiger Unterstützung durch und für befreundete Organisationen, im möglichen Umfang und möglichst gezielt einen Beitrag zur medizinischen und sonstigen humanitären Hilfe zu realisieren. Wie und womit das im Einzelnen geschieht, haben wir immer wieder aktuell darzustellen versucht; EFI freut sich, dass auch zu diesem Jahreswechsel wieder eine namhafte Spende aus der deutschen Industrie eingegangen ist, die wir im genannten Sinn einsetzen werden. Insgesamt hat EFI damit seit Kriegsbeginn mit nicht viel weniger als einer halben Million Euro versuchen können, Hilfe, Material, Medikamente und Ausrüstung an den Ort des Bedarfs zu bringen mit sehr hohem organisatorischem Aufwand, letztlich aber niedrigen Logistik-Kosten.
Wir danken im Namen der am Ende der Kette an der Kriegsfront oder in den verbliebenen medizinischen Einrichtungen der Ukraine stehenden Begünstigten allen unseren Spendern unabhängig von der Spendenhöhe. Dank der genannten Grossspenden mit Zweckvorgabe „Ukraine“ hat EFI auch seine seit Gründung vor 25 Jahren gewohnten Aufgaben ohne Einschränkungen wahrnehmen können, nämlich die Organisation und Finanzierung chirurgisch-humanitärer Hilfe in Indien, Westafrika und im übrigen Südostasien. Danke!
November 2024 – mehr bitter nötige Hilfe für die Ukraine
1.000 Tage belagert, bedroht und beschädigt die materiell und personell haushoch überlegene Invasionsarmee aus Russland nun schon die weit unterlegene Ukraine, nicht nur deren im Vergleich kleine Armee, sondern gerade auch die Zivilbevölkerung, indirekt über die Erschwerung der Lebensbedingungen. Die anderen europäischen Staaten (man muss immer wieder darauf hinweisen, dass die Ukraine zu Europa gehört, anders als Russland, dessen grösster Teil in Asien liegt) lavieren im Schatten der USA halbherzig hin und her, was die Unterstützung in militärischer und finanzieller Hinsicht angeht, anstatt sich klar zu positionieren. Wahlen sind wichtiger als das Schicksal eines souveränen Landes von einmal 51 Millionen Einwohnern – aktuell noch ca. 38 Mio -, das von einem Nachbar- und ehemaligen „Brudervolk“ überfallen wurde, scheint es. Was die nächsten Monate angesichts der politischen Verwerfungen in den USA bringen werden, ist völlig unklar, Spekulieren ist sinnlos.
EFI ist jedenfalls entschlossen, seine geringe Kraft und die verfügbaren Mittel einzusetzen, solange das realistisch möglich ist. Die Partner, die sich in den letzten fast drei Jahren eingefunden haben (z.B. aus Boppard, München, Wasserburg), sehen das genauso. Über unseren ukrainischen Kollegen in Ebersberg haben wir deshalb erneut vorwiegend technische Ausrüstung, Medikamente und Verbandsmittel im Wert von mehr als € 10.000.- beschafft und über die entsprechenden Wege nach Kiew, Mykolayiv und Saporischyia verbracht.
Zusammen mit der Max-Planck-Stiftung München hat EFI sich ferner verpflichtet, dort auf entsprechende Ankündigung hin eingehende Spenden bis zum Betrag von weiteren € 10.000.- zu verdoppeln – diese Aktion sollte noch vor Weihnachten anlaufen und wird hoffentlich die erwarteten Beträge einbringen.
Oktober 2024 – Lebensmittel, Vitamine und Impfdosen für Lunsar
Wie schon seit Jahren (s. z.B. Aktuelles, August 2023) unterstützt EFI, vertreten ganz entscheidend durch sein Mitglied Doris Sixt, ein Waisenhaus im Sierra-Leontinischen Lunsar. Im Umfeld der dortigen Klinik St. John of God (siehe frühere Berichte in „Aktuelles“ und ebenso in „Hauptprojekte: Lunsar“; EFI ist seit 2009 in ein seit 2004 laufendes Op-Projekt involviert) werden von einem einheimischen Sozialarbeiter und einer Handvoll sozial engagierter Laien sog. „Strassenkinder“ betreut, die ihre Familien bei der Ebola-Endemie, später während Corona oder aus anderen Gründen verloren haben. Für diese ungefähr 50 Kinder gibt es heute ein Dach über dem Kopf, Lebensmittel, Kleidung und eine sehr niedrigschwellige, aber nichtsdestoweniger wichtige medizinische Versorgung.
Im Laufe der Jahre hat Frau Sixt in ihrem Bekanntenkreis und im Umfeld enger Freunde in der Zwischenzeit deutlich über € 40.000.- mobilisiert, die vor Ort in Reis, Zucker, Öl, Eiweisskonzentrat, Vitamine und grundlegende Impfstoffe umgesetzt werden, z.B. Kinderlähmung oder Diphtherie. Auch wenn einige weniger desolate aferikanische Länder wie Nigeria, Ghana oder Ruanda vor wenigen Monaten mit lautstarker Presse-Begleitung mit der Produktion von „afrikanischen“ Impfstoffen begonnen haben, ist jedem, der über eigene Erfahrungen in der Region verfügt, klar, dass mit ernsthaften Impfkampagnen im günstigsten Fall in Jahren und dann für eine kleine Bevölkerungsgruppe zu rechnen ist. Gerade beim gesundheitlich wie wirtschaftspolitisch mit Abstand wichtigsten Impfstoff, dem gegen Malaria, ist eine Prognose nicht ernsthaft abzugeben, zu viele „Durchbrüche“ sind bereits stillschweigend im Sande verlaufen.
Es ist kein Zweifel daran, dass die individuelle körperliche Abwehrkraft eine ganz entscheidende Rolle spielt, das „Immunsystem“, das in unseren Breiten mit Dutzenden Spurenelementen, zahllosen sog. „Nahrungsergänzungsmitteln“ und allem möglichen sonstigen unnützen Firlefanz gehätschelt wird (nützlich lediglich für die Hersteller und Vermarkter, die aus Wasser und billigsten Zutaten Mischungen mit hochtrabenden Namen herstellen und sie mit leeren Behauptungen zu den allumfassenden Wirkungen und mit dunklem Geschwurbel über angebliche Mangelzustände von oft völlig kenntnisfreien Influenzer*innen an das fast immer mehr als gut ernährte, zahlungskräftige Publikum bringen).
Spurenelemente und Mikronährstoffe sind nicht genau das, was den Kindern im Lunsarer Waisenhaus fehlt; hier werden Grundnahrungsmittel (Kohlehydrate, Fett und Eiweiss, dazu Vitamine) benötigt, die es zum Preis einer Flasche vom Typ HiLife (die Monatspackung diese Woche ermässigt auf € 37,99) und einer Fünftages-Saftkur (71% Gurkensaft, 19% Selleriesaft, etwas Zitronensaft, Spinatsaft und Ascorbinsäure für € 139.-) in einer Menge zu kaufen gibt, die mehr als ein Jahr die Grundbedürfnisse eines Kindes im Schulalter abdeckt.
Danke, liebe Doris, für Deinen Einsatz und Dein Engagement, Dich neben dem Labor an der Lunsarer Klinik auch noch damit zu belasten, die Kontakte zu halten und jedes Jahr wieder die mühsame Reise auf Dich zu nehmen. Für EFI ist es eine Freude, jede mögliche Unterstützung zu leisten.
September 2024 – diesmal Hilfe für Pakistan
Unsere Wasserburger Partner vom Verein „Begegnungen mit Menschen (BMM) e.V.“ halten sich gerade unter Leitung des Vorsitzenden Andreas Bauer in Pakistan auf, wo der Verein seit vielen Jahren ein breit angelegtes Projekt von der Wasserversorgung bis zur Schulbildung und – im Rahmen des Möglichen – Gesundheitsfürsorge betreibt. EFI hat BMM bereits in der Vergangenheit unterstützt, die ersten Ukraine-Hilfsprojekte wenige Tage nach dem russischen Überfall Anfang 2022 haben wir beispielsweise zusammen mit BMM organisiert (s. Aktuelles, März 2024).
Nun hat uns Andreas Bauer aus dem Norden Pakistans kontaktiert, und zwar aus der Region Gilgit-Baltistan im Norden von Kaschmir an den Abhängen des Karakorum, halbwegs zwischen K2 und Nanga Parbat. Dort haben Ende August starke Monsun-Regenfälle zu Überflutungen und Erdrutschen geführt, einzelne Dörfer sind zerstört, andere „nur“ unter Schlammlawinen verschüttet. Die ohnehin wirtschaftlich desolate Region hat weitere der ohnehin knappen und kargen landwirtschaftlichen Flächen verloren, es herrscht akut Hunger, die Seuchengefahr steigt täglich. Die Bedingungen sind auch deshalb schwierig, weil Gilgit ein zwischen Indien, Pakistan und China politisch umstrittenes Sonderterritorium ist.
Die Freunde von BMM sind dabei, Lebensmittel, Vitamine und Impfstoffe zu besorgen (Andreas Bauer ist selbst medizinisch ausgebildet) und irgendwie
vor Ort zu schaffen. EFI hat für diesen Zweck ganz schnell eine Spende von eingen Tausend Euro geleistet in der Hoffnung, damit die Nöte der Einwohner wenigstens ein wenig zu mildern.
Unabhängig von der akuten Flut-Situation hat EFI für das BMM-Projekt einen Säuglings-Inkubator finanziert, der in der örtlichen Ausführung (aus chinesischer Produktion) mit ca. € 1.500.- nur einen Bruchteil des Preises in Deutschland kostet. Natürlich wie stets bei Geräteanschaffungen ist daneben ein wichtiges Argument die Verfügbarkeit von Service-Leistungen im Falle von Störungen bzw. von Ersatzteilen; deutsche Firmen, auch Weltfirmen, bieten das niemals an.
Nachtrag 26-09-24: Dieam schlimmsten betroffenen 80 Familien im Schlammlawinen-Gebiet in Gilgit konnten vorgestern mit dem Grundbedarf an Nahrungsmitteln (vor allem Reis, Mehl, Öl, Vitamine) für einen Monat versorgt werden. Andreas Bauer von BmM versucht bereits, bis zu seiner Abreise eine Möglichkeit zu finden, wie über Mittelsleute vor Ort die Hilfe verlängert werden kann, bis zumindest die Zustände vor der Flut wieder erreicht sind.
August 2024 – zwei wertvolle Kartons
Aus der Medizin-Industrie hat EFI über Interplast Germany e.V. eine wertvolle Sachspende erhalten: über 200 Finger-Pulsoximeter (zur Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes, was gleichzeitig Hinweise gibt auf Kreislauffunktion und Atemtätigkeit) und mehr als 1.000 chirurgische Fäden mit einem baldigen, aber bis zum nächsten Transport noch
nicht erreichten Mindesthaltbarkeitsdatum. Der Gesamtwert der Artikel dürfte deutlich über € 5.000.- liegen – danke dafür!
EFI hat noch rasch ein paar Hundert hochwertige, ausdauernde Batterien für die Pulsoximeter beigesteuert, damit die längerfristige Funktionsbereitschaft gesichert ist.
Die „Ameisenwege“ sind bereits informiert, die gesamte Spende wird noch in dieser Woche die Ukraine erreichen.
Juli 2024 – Strom für die Versorgung der Verletzten
Nach Presseangaben wurden durch gezielte russische Angriffe etwa 80 % der sog. „kritische Infrastruktur“ in der Ukraine zerstört. In einfacheren Worten: es ist gelungen, das Leben der widerrechtlich überfallenen Ukrainerinnen und Ukrainer mit Waffengewalt in ganz erheblichem Umfang zu stören, zu erschweren und in Teilen des Landes unmöglich zu machen.
Selbstverständlich sind auch medizinische Einrichtungen vom Sanitätsposten bis zum Herz-Op einer Universitätsklinik ganz essentiell auf die Versorgungseinrichtungen angewiesen, deren Wichtigkeit uns oft erst bewusst wird, wenn sie fehlen: Elektrizität, Wasser, Entsorgung, eventuell Gas und andere Energieträger. Bei Beleuchtung und beim Betrieb medizinischer Gerätschaften lässt sich kaum auf elektrischen Strom verzichten. Deshalb hat EFI bereits in der Vergangenheit (s. „Aktuelles“, November 23) Stromgeneratoren an- und in die Ukraine geschafft, überwiegend solche, die mit Diesel oder Benzin betrieben werden. Um einen Puffer für Engpässe an Treibstoff zu schaffen, waren auch damals bereits kleinere Solargeneratoren unter den beschafften Geräten.
Auf Bitten der Kolleginnen und Kollegen in der am härtesten umkämpften Ostukraine, aber auch aus von den Raketenangriffen und ihren Folgen für die Stromversorgung betroffenen Kliniken weiter westlich bzw. in der Zentralukraine haben wir für etwa € 5.000.- vier zusätzliche Generatoren mit je 2.500 Watt Leistung beschafft, dazu zwei Solar-Power-Stationen mit zusammen über 3 kWh Kapazität – genug, um Op-Beleuchtung, Sauerstofferzeuger, Absaugpumpen etc. für einige Zeit zu betreiben. Alle Geräte gehen morgen (30. Juli 24) auf den Transport in Richtung Mykolayiw und werden hoffentlich gut ankommen und rasch ihren Zweck erfüllen.