April 2022 – mehr ist in Arbeit, alles was wir können

Der Krieg, den Russland offenbar unter Lügen und Täuschungsmanövern in die Ukraine getragen hat, sprengt inzwischen alle Dimensionen der Grausamkeit, der Menschenverachtung und des Zynismus. Ein Mörder, der am Tatort neben einer Leiche eine Waffe, Fingerabdrücke und DNA hinterlassen hat, wird mit der Behauptung, das Opfer habe all das arrangiert, nicht besonders weit kommen. Wie zynisch ist es, Menschen, Zivilisten, „Nichtkombattanten“, zu foltern, zu vergewaltigen, zu töten und in Massengräbern zu vergraben und dann zu behaupten, das hätten ihre Angehörigen und Nachbarn getan?

Die  Gründe, dass sich die NATO oder andere zivilisierte Nationen nicht direkt mit kriegerischen Methoden involvieren, sind zahleich und nachvollziehbar. Gerade wenn offensichtlich moralische Bedenken keinerlei Rolle spielen, ist das Risiko einer weiteren, nicht auszudenkenden Eskalation real. Dennoch ist es schwer zuzusehen, wie das Morden weitergeht und uns nur bleibt, Verletzungen, Hunger, Obdachlosigkeit, Angst und seelische Traumen schwerster Art zu lindern, wo wir sie verhindern sollten. Die Abwägung zwischen der Chance, den brutalen Krieg mit Verzicht auf jeden Handel mit Russland zu verkürzen und schliesslich zu beenden einerseits und der Gefahr eines höheren Benzinpreises und einer zwei Grad weniger überwärmten Wohnung andererseits kann ich überhaupt nicht verstehen – was gibt es da zu überlegen? Stehen Komfort, unbegrenztes Rasen auf der Autobahn oder ein wirtschaftlicher Rückgang, wie ihn zuletzt die US-Immobilienblase 2007 hervor gebracht hat, auf irgendeiner Werteskala höher als Tausende oder Zehntausende Getötete, Gefolterte und Vergewaltigte?

Das Wenige, was wir tun können, tun wir aber mit Überzeugung und mit der Hoffnung, ein kleines Bisschen Hilfe bringen zu können und ein Zeichen zu senden, dass wir Deutschen egal, wie sich die „hohe“ Politik präsentiert, solidarisch sind mit den Angegriffenen im Fast-Nachbarland Ukraine.

EFI hat – aus Spenden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisklinik EBE, aus teils beträchtlichen Spenden von langjährigen Förderern und aus der Industrie über die bereits ausgegebenen hinaus weitere Mittel eingeworben und bereitet gerade einen zweiten 40-t-LKW für denTransport vor. Der Partnerverein „Begegnungen mit Menschen e.V.“ aus dem Wasserburg Raum, der schon bei der Durchführung des ersten Grosstransports wesentlich geholfen hat, rechnet mit etwa € 20.000.- aus Solidaritäts-Veranstaltungen kultureller und sportlicher Art am vergangenen Wochenende, so dass wir wohl in der Lage sein werden, den LKW mit wichtigem und bitter benötigtem medizinischem Material zu füllen.

 

Auch Ihre Spenden sind herzlich willkommen!

Nachtrag: das Nahtmaterial (s. „Aktuelles“) hat noch vor Ostern, genau gesagt am Gründonnerstag 14-04-22, ohne Zwischenfälle die Klinik in Mykolajyw erreicht